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Alimaas Schwester

Lange Zeit hatte die Aermste fuer mich nicht einmal einen Namen, ganz zu schweigen von einer Telefonnummer oder einer Adresse in Ulan-Baatar. Letztere ist mir auch fuerderhin unbekannt, das Wissen um einen Namen und einer Telefonnummer nenne ich mein eigen. Wie ich mich mit der Dame unterhalten sollte, blieb ein Geheimnis bis zum ersten Anruf. Die in der Ueberschrift Benannte heisst Ariunaa und die Telefonnummer verrate ich nicht.

Die Fahrt ins Zentrum von Ulan-Baatar erinnerte ein wenig an den Verkehr in Paris, Nur haben hier alle Autos eine funktionierende Hupe und das Kreuz und Quer auf mancher Kreuzung verriet einem in Asien zu weilen und nicht in Westeuropa. Steht man dann gedankenversunken am Ziel, gruebelnd im Notizbuch blaetternd, wie man Alimaa in dieser Stadt finden koennte, kann es schon passieren, dass man angefasst wird. Kein Grabschen, welches man von alkoholisierten Dorftoelpeln auf dem samstaeglichen Tanzboden des LPG-Kulturhauses kennt, eher das Beruehren beim Kennenlernen einer neuen Spezie ferner Galaxien. Die Haptik der Dinge scheint die Mongolen zu interessieren, der Tastsinn ist noch nicht zu Rudimenten verkuemmert.

Die Sprachbarriere ist ebenfalls sehr gross, da Mongolen Gesichtsmuskeln ansteuern koennen, die der europaeischen Rasse ganzlich unbekannt sind. Damit werden Laute in der Sprache erzeugt, die zu erlernen mir waehrend der Zeit meines Aufenthaltes nicht gegeben sein wird.

Meine Tochter traf mit Phillipp an einem Dienstag in Ulan-Baatar ein. Phillipp und ich reparierten Kaethe, um am naechsten Tag in die Gobi aufzubrechen. Und nach ca 230 Kilometern in der Wueste quittierte das gute Maedchen ihren Dienst und gab keinen Mucks mehr von sich. Gut das der Jeep mich zum Lagerplatz in der Gobi schleppen konnte und wir vier Tage ohne Essen und Wasser auf die Ersatzteile warten mussten. Dank Tomi in Leipzig und Alimaas Logistik traf das Teil wirklich in der Mittelgobi ein und Kaethe beendete ihren Streik. Die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

PS: Beim Warten auf die Ersatzteile waren wir nicht ohne Versorgung mit Wasser und Essen, es klingt aber im Text dramatischer. Heiss wars aber trotzdem und viel Schatten gab es auch nicht.

Jul222010

Published by ralf at 05:51 under Kamtschatkareise

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3 responses so far

3 Responses to “Alimaas Schwester”

  1. Philipps Reiseblog » Gobion 22 Jul 2010 at 05:58

    [...] werde mich diesmal auf einen Link auf Ralfs Blog beschraenken, da die Zeit im Internetcafe nun langsam auf die Reiseplanung drueckt. Uns gehts allen [...]

  2. simoneon 22 Jul 2010 at 16:15

    ich habe lange ueberlegt, ob ich mir einen kommentar zum umgang mit frauen verkneife…du kannst froh sein, das kaete keine zicke ist und alles geduldig mitmacht, was du dir ausdenkst…:-)))
    sei nett zu ihr, dann begleitet sie dich auch weiterhin abseits asphaltierter pisten und ansonsten kann ich mich nur deinem herrn papa anschliessen: bilder zu den vielen gesichtern waeren schoen zu sehen (oder will die gute kamera nicht mehr?)

    gruesse aus dem ofen in le und viel spass im sand
    simone

  3. ralfon 02 Aug 2010 at 04:35

    Kaethe kann durchaus zicken wie eine Frau. Bilder kommen irgendwann, ich bin froh, wenn ich Internet ueberhaupt hier finde und wenn es funktioniert.

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